Übungen und Haltungen

Sich aufrecht zu halten ist für uns Zweibeiner oft eine grosse Herausforderung. Unser langer Körper ruht auf zwei Füßen, die vergleichbar kurz sind und obendrauf tront unser Kopf.

 


In Bezug auf den doch schmalen und langen Hals ist der Kopf wie eine grosse schwere Kugel anzusehen, den es gilt, gut auszubalancieren. Da aber unsere Augen und Hände vorne sind, neigen wir uns doch sehr schnell vor, denn viele Tätigkeiten verleiten uns dazu. Denken wir nur morgens ans Waschen und Anziehen oder an sämtliche Tätigkeiten in der Küche, ganz zu schweigen von der stundenlangen Benutzung eines Smartphones.

 Bei jedem Vorneigen ist also die grosse Kugel oben, unser Kopf, nicht mehr senkrecht auf unserer Halswirbelsäule, sondern rutscht quasi nach vorne. Das führt dazu, dass die Nackenmuskeln bzw. hinteren Muskeln sehr viel arbeiten müssen. Oft über über das Mass hinaus. Die Folge sind schmerzhafte Verspannungen, bis hin zu z.B. Kopfschmerzen oder Augenproblemen.

Wenn wir so häufig vorgeneigt sind, verlieren wir mit der Zeit ein Gefühl für unsere Senkrechte. Unser inneres Körperbild gleicht sich der krummen Haltung an. Das ist ein grosses Problem, denn ohne Wahrnehmung kommen wir ja gar nicht auf die Idee, was zu ändern. Und so verwundert es nicht, dass wir mit den Jahren die Aufrichtung mehr und mehr verlieren und unsere hinteren Muskeln viel zu oft Überstunden machen. Selten kommt es ja auch vor, dass wir uns mal anders herum neigen, also nach hinten durchbiegen- quasi als Gegenbewegung. Genau das kann aber sehr hilfreich sein, denn der Körper mag Einseitigkeiten gar nicht.

Als Übung wäre das sehr wertvoll. Gehen Sie dabei bitte aber mit Gefühl und vorsichtig vor. Ihre Wirbelsäule ist das vielleicht schon lange nicht mehr gewöhnt. Lassen Sie sich also Zeit und betrachten diese Übung lieber als quasi lebenslange Ausgleichsbewegung, als dass Sie nun schnell mal eben was für Ihren Körper tun wollen.
Weder das nach vorne, noch das nach hinten lehnen sollten dauerhafte Haltungen sein. Als Übung aber ist gegen sie nichts einzuwenden.


Viel Spaß beim Probieren und Kennenlernen neuer Bewegungen!